Alarmanlage mit Selbsthaltung

Die vorangegangene Alarmanlage hat noch einen entscheidenden Nachteil:

Durch Öffnen einer Tür wird zwar der Alarm ausgelöst – er wird jedoch sofort wieder unterbrochen, sobald die Tür geschlossen wird. Die Anlage ist daher so zu erweitern, daß ein einmal ausgelöster Alarm „gehalten“ wird,bis z.B, eine Alarmunterbrechung durch einen versteckten Schalter vorgenommen wird.

Das Bild zeigt die erweiterte Anlage. Auf der linken Seite simulieren Schiebeschalter und Glühlampe einen Türkontakt und die Innenbeleuchtung eines Pkws. Anstelle eines Signalhorns zeigt die LED eine Alarmauslösung an. Beim Aufbau bitte daran
denken, daß die Batterie als letztes Bauteil angeschlossen wird.

Die Anlage ist betriebsbereit. Der Schiebeschalter steht in Stellung AUS (Tür geschlossen), und falls die LED leuchtet, wird diese durch einen kurzen Tastendruck gelöscht.

Beim Öffnen der Tür (Schiebeschalterstellung EIN) simuliert die Glühlampe die jetzt angehende Innenbeleuchtung – gleichzeitig wird der Alarm ausgelöst (LED leuchtet). Wird die Tür wieder geschlossen (Schiebeschalterstellung AUS), leuchtet die LED weiter, bis die Alarmauslösung durch Tastendruck abgebrochen wird. Bei einer erneuten Türöffnung erfolgt wieder eine Alarmauslösung.

Mit dem gleichen Schaltungsaufbau kann unabhängig vom simulierten Türöffner ein zweiter Alarm durch eine zusätzliche Sicherungsschleife ausgelöst werden. Hierfür wird das normale Verbindungskabel vom 47-kOhm-Widerstand zur Basis des Transistors T2 durch einen dünnen Sicherungsdraht ersetzt.
Hierdurch könnte z. B. ein Anhänger ebenfalls geschützt werden.

Wie funktioniert diese Schaltung?

Wenn die LED leuchtet, muß derTransistor T1 leitend sein – er hat „durchgeschaltet“. Bei einer Messung mit dem Multimeter kann festgestellt werden, daß die Collector-Emitter-Spannung an T1 kleiner ist als 0,1 V. Nachdem an der Basis von T2 ein 47-kOhm-Widerstand vorgeschaltet ist, reichen die 0,1 V nicht aus, T2 einzuschalten.
T2 bleibt gesperrt. Der Strom fließt über den 1-kOhm- und den 2,2-kOhm-Widerstand zur Basis des Transistors T1, der weiterhin leitend (eingeschaltet) bleibt.

Der ausgelöste Alarm (leuchtende LED) kann auch durch weiteres Türöffnen bzw. – schließen (Schiebschalter) nicht beeinflußt werden. Die Alarmunterbrechung erfolgt durch Betätigung des Tasters.
Bei geschlossenem Taster wird eine direkte Verbindung zwischen Basis und Emitter des Transistors T1 hergestellt. Der Basis wird die Steuerspannung entzogen – T1 sperrt. Dies hat zur Folge, daß sich am Collector von T1 ein Spannungsanstieg ergibt.
Über die Batterie, LED, 470 Ohm und 47-kOhm-Widerstand erhält jetzt die Basis von T2 eine ausreichende Steuerspannung:
T2 wird leitend. Da auch dessen Collector-Emitter-Spannung kleiner als 0,1 V ist, bleibt T1 gesperrt.

Durch Schiebeschalterstellung EIN (Türöffnung) wird das gleiche wie beim Tastendruck an T1 erreicht; Basis und Emitter von T2 werden (über Diode und 47-kOhm-Widerstand) „kurzgeschlossen“ – T2 sperrt, T1 wird durchgeschaltet und der zuerst beschriebene Zustand stellt sich wieder ein.

Die Schaltung hat zwei stabile Zustände (entweder ist T1 oder T2 leitend). Der Fachmann spricht von einer „bistabilen Kippstufe“. Hierdurch kann z.B. der Zustand einer „geöffneten Tür“ gespeichert und gleichzeitig ein Alarm ausgelöst werden.

Merke:

Eine bistabile Kippstufe hat zwei stabile Zustände. Sie stellt im Prinzip eine „Speicherzelle“ dar.
Aus: Elektronikbox – Busch Agrartechnik 1985

Hier zunächst die „Platine“ ohne Verdrahtung.

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